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Start Neues vom Campus HEP 6: Berlin „Art goes Nachbarschaft“ - ein inklusives Kunstprojekt

„Art goes Nachbarschaft“ - ein inklusives Kunstprojekt

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Kunsttherapie im Tiele-Winckler-Haus – Wohnprojekt Weißensee

„Farben und Formen wirken unmittelbar auf das Seelenleben des Menschen. Sich mit ihnen im bildnerischen, nonverbalen Prozess aktiv und beständig auseinanderzusetzen, kann uns anregen oder beruhigen, uns aufregen oder uns harmonisieren und ordnen.“ (Zitat: Kunsttherapie im TWH, Wohnprojekt Weißensee)

Die Tiele-Winckler-Haus GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort. Es werden unterschiedliche Lebens- und Betreuungsformen für Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen geboten. Sie ist ein Verbund von 7 Einrichtungen, vom Wohnheim mit ständiger Begleitung rund um die Uhr bis zum Betreuten Einzelwohnen. Es stehen rund 150 Plätze zur Verfügung. Es wird sich am christlichen Menschenbild orientiert. Die Projektleiterin des Wohnprojekts Weißensee ist Frau Schönemann, die künstlerischen Aktivitäten leitet der Kunsttherapeut Gerald Auler.

Exkursionteilnehmerinnen sitzen vor einem der Kunstwerke

Ausstattung der Wohnstätte

  • 2 Etagen mit nicht beeinträchtigten Mietern über der des Wohnprojektes
  • Einzelzimmer (11 m²)
  • Für 2 Bewohner je ein Duschbad
  • 1 Pflegebad für Rollstuhlfahrer
  • eigener Garten vorhanden
  • Haus gut an Infrastruktur angebunden
  • ausschließlich Selbstversorger (Kochen und Einkaufen mit den Bewohnberinnen und Bewohnern)

Zielgruppe

  • berlinweit ca. 200 Menschen in Wohneinrichtungen
  • Teils schwer-mehrfach-beeinträchtigte Bewohnerinnen und Bewohner
  • Personen die mit 16–17 ihr Elternhaus verlassen haben, heute 20–30 Jahre alt sind
  • direkt im Wohnprojekt Weißensee: 16 Bewohner, davon 12 im Förderbereich, 4 ganztägig im Haus

Die Grundidee wurde 1993 entwickelt, 2001 startete das Kunstprojekt; inn 2011 wurde das 10-jährige Bestehen gefeiert. In dieser Zeit wurden 160 Kunstwerke ausgestellt; allerdings ist eine „Schöpfungspause“ angedacht.

Ziele

  • Integration im Stadtteil
  • Präsenz zeigen
  • Wertschätzung erfahren
  • „Laut und anders“: Ängste von den Beeinträchtigten, aber auch gegenüber denselben abbauen
  • Berührungsängste vermindern
  • Kontakte im Stadtteilanbahnen und ermöglichen, versuchen sich vorzustellen
  • Unterstützung, die Bewohner vertraut zu machen
  • Sie zu ermutigen, in die Nachbarschaft (Läden) zu gehen
  • „Integration“ bzw. „Inklusion“- nur durch Begegnung akzeptiert zu sein
  • Ziel ist, einen ganz normalen Berliner Alltag zu erleben

Vorgehensweise

  • Geschäfte, Friseursalons, Blumenläden, Apotheken, Läden, Arztpraxen etc. als „Minigallerien“ zur Ausstellung der Kunstwerke nutzen
  • professionelle Rahmung und Vermarktung
  • Dokumentations-Kurzfilm, vor 5 Jahren erstellt, der auch an Bildungseinrichtungen genutzt wird soll zeigen, welche Potentiale in Menschen mit Beeinträchtigung (z.B. mit Down Syndrom) liegen
  • „Der Seele Bilder malen“
  • Wahrnehmungsorientiertes Zeichnen und Malen, Thematik: Selbstbildnis
  • Arbeiten mit Plastiken und Collagen
  • Erleben der in uns Allen innewohnenden Kraft ist von elementarer Bedeutung
  • Das individuelle Potential an Selbstwahrnehmung und Selbstwertgefühl freisetzen und entwickeln
  • Als Ausdrucksform für einen möglichen weiteren Therapieverlauf
  • Versuch alle, gleich welcher Beeinträchtigung einzubeziehen
  • Manchmal ist nicht das Kunstwerk an für sich, sondern die Präsentation ausschlaggebend
  • Nachbarschaftliches Feedback

Weitere Informationen zu dem Projekt

  • Das Projekt ist nicht ergebnisorientiert.
  • Die „Geste“ zählt bei der Präsentation, selbst wenn die Bilder „nur“ im Treppenhaus aufgehängt werden.
  • Auch Ausstellungen sind Teil des Projektes, wobei Bilder nicht verkauft werden (dürfen),sondern eher gegen eine Spende abgegeben werden.
  • Einige Künstler schaffen es dann sogar, über ihre Bilder zu sprechen.

„Die Leute zusammenzubringen, sie in Kontakt treten zu lassen, ist für mich das größte Kunstwerk.“ (Gerald Auler)

Links

Erstellung des Berichtes: R. Franz, C.  Grube, T. Gottschalk, F. Neuschäfer

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. November 2011 um 01:03 Uhr