Das Theater RambaZamba ist ein integratives Theaterprojekt für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Spielstätte ist ein ehemaliges Stallgebäude auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg. Die Kulturbrauerei, vorher eine Brauerei, existiert seit den 1990er Jahren. Das Theater Ramba Zamba gehört zur „Sonnenuhr“. Mehr als 60 Schauspielerinnen und Schauspieler spielen in zwei Ensembles Theater. Es wurde 1991 von Klaus Erfurth gegründet, dessen Sohn selbst das Down-Syndrom hat und im Ensemble ist.
Pro Jahr werden bis zu 70 Inszenierungen gezählt. Es ist eine rein künstlerische Arbeit und keine pädagogische. Die Menschen sind Profis in ihrem Fach, welches sie ebenso von Profis erlernt haben. Seit 2009 sind die Menschen unter einem regulären Vertrag und arbeiten hauptberuflich als Schauspieler. Sie gehen nicht mehr in Werkstatt und Tagesstruktur, Bildung wird ihnen im Theater vermittelt. Sie erleben den normalen Schauspieler-Alltag mit Probe, Auftritten und auch Tourneen und dies über die komplette Woche.
In einem Ensemble sind 30 Schauspieler und „Ramba Zamba“ hat weiterhin vor, sich zu entwickeln und zu wachsen. Auch Rollstuhlfahrer sind in den Ensembles zu finden.
Die Schauspieler proben den ganzen Tag. So steht am Morgen zum Beispiel Grundausbildung, Sport, Atemtraining, Entspannungsübungen, Gesang-, Sprech- und Tanztraining auf dem Plan. Auch Kunstarbeiten im Atelier gehören dazu.
Die Schauspieler sollten für das Theater bestimmte Fähigkeiten mitbringen. Hierzu gehören zum Beispiel Teamfähigkeit, Flexibilität, Individuallität, Kreativität und sie sollten natürlich die Lust mitbringen, auf der Bühne zu stehen und offen auch zeigen können, dass man „anders“ ist.
Viele der Schauspieler sind schon sehr lange dabei. Der Bedarf des Theaters Ramba Zamba erstreckt sich nach jüngeren Schauspielern, da der Altersdurchschnitt nach oben steigt. Das Alter der Schauspieler des ersten Ensembles ist 21–56 Jahre, wobei das zweite Ensemble deutlich älter ist.
Die Themen der Stücke sind universell und beziehen sich in ihrer theatralen Deutung sowohl auf Ängste und Sehnsüchte der Schauspieler, als auch auf Stoffe der Weltliteratur.
Es werden Balladen aufgeführt wie zum Beispiel Käptn Hücklepeck. Bei der Rollenbesetzung ist es kein Kriterium, ob der Mensch beeinträchtigt ist oder nicht.
Im Theater selbst haben die Mitarbeiter ein sehr familiäres Verhältnis, da die meisten schon seit 20 Jahren zusammen arbeiten.
Bei „Ramba Zamba“ werden die Beeinträchtigungen der verschiedenen Personen nicht als ein Hindernis angesehen, Theater zu machen, sondern werden gezielt dafür genutzt und eingesetzt. Sie sind eine Stärke, die man kreativ nutzen kann. So lernen die Menschen auch mit ihren Handicaps umzugehen und nehmen sich dabei manchmal auch selbst „auf die Schippe“.
Text: D. Bätz, N. Lahr, D. Lauer























